Wände streichen ohne Auszug: Renovierung Zimmer für Zimmer
Ein Umzug während der Renovierung ist teuer, stressig und in vielen Fällen schlicht unnötig. Wer seine Wohnung streichen will, kann das auch bewohnt tun – vorausgesetzt, man plant in Etappen und akzeptiert, dass nicht alles an einem Wochenende fertig wird. Der Schlüssel liegt darin, Zimmer für Zimmer vorzugehen und jeden Raum erst dann wieder vollständig zu möblieren, wenn die Farbe wirklich trocken ist. Das klingt banal, spart aber enorm viel Ärger.
Bevor der erste Pinsel ins Spiel kommt, sollte man den zu streichenden Raum so weit wie möglich leerräumen. Möbel, die bleiben müssen, werden in die Raummitte gezogen und mit Folie abgedeckt. Steckdosen und Lichtschalter lassen sich mit Kreppband abkleben, Fußleisten ebenfalls. Wer sich für einen Farbwechsel entscheidet und die Wirkung des Raumes grundlegend verändern möchte, kann zusätzlich über neue Türblätter nachdenken – unter Innentüren verändern ohne Austausch finden sich Ansätze, die sich auch während einer bewohnten Renovierung umsetzen lassen. Wichtig ist, dass man sich für jeden Raum realistische Zeitfenster setzt, statt alles gleichzeitig beginnen zu wollen.
Die eigentliche Arbeit beginnt mit dem Abkleben der Kanten und dem Abdecken des Bodens. Zwei Anstriche sind bei kräftigen Farben oder dunklen Untergründen meist unumgänglich, dazwischen muss die Wand vollständig durchtrocknen. In dieser Zeit bleibt der Raum bewohnbar, solange man die Möbel zurück an die Wand schiebt und die Fenster regelmäßig lüftet. Wer abends streicht und morgens lüftet, kann den Alltag weitgehend normal weiterführen. Wichtig ist, dass Kinder und Haustiere während der Trockenphase nicht an die frische Farbe kommen.
Nach dem letzten Anstrich folgt die Belohnung: Möbel zurückstellen, Bilder aufhängen, Vorhänge wieder anbringen. Wer Zimmer für Zimmer arbeitet, hat am Ende eine vollständig renovierte Wohnung, ohne jemals ausgezogen zu sein. Der Aufwand verteilt sich über mehrere Wochen, dafür bleibt das Leben in der eigenen Wohnung durchgehend möglich – und genau das ist der eigentliche Vorteil dieses Vorgehens.