Flur schmal, aber Stauraum nötig: Schuhregal an der Wand statt Kommode
Ein schmaler Flur stellt jede Wohnung vor dieselbe Frage: Wohin mit Schuhen, Taschen und Jacken, ohne dass der Durchgang zum Hindernisparcours wird? Eine klassische Kommode scheidet in den meisten Fällen aus. Sie steht auf dem Boden, ragt je nach Tiefe 40 bis 50 Zentimeter in den Raum und zwingt dazu, um sie herumzulaufen. Bei einer Flurbreite von 90 bis 120 Zentimetern bleibt dann kaum noch Platz, um mit Einkäufen oder Kinderwagen durchzukommen. Wer trotzdem Stauraum braucht, sollte nach oben denken, nicht nach vorn.
Ein Schuhregal an der Wand löst genau dieses Problem. Es baut in der Tiefe nur 20 bis 30 Zentimeter auf, lässt den Boden frei und schafft optisch Luft. Wichtig ist die Montagehöhe: Unterhalb von 30 Zentimetern sammelt sich Dreck, oberhalb von 1,20 Metern wird das Ein- und Ausräumen unbequem. Bewährt haben sich zwei bis drei Reihen übereinander, wobei die unterste Reihe für häufig getragene Schuhe reserviert bleibt. Wer zusätzlich Sitzgelegenheit braucht, findet in einem Beitrag über einen Hocker statt Bank im sehr engen Flur praktische Hinweise, wie sich auch auf kleinstem Raum eine funktionale Zone einrichten lässt. Entscheidend ist, dass Möbel und Wandregal dieselbe Tiefe einhalten, sonst entstehen unruhige Kanten, die den Flur noch schmaler wirken lassen.
Für die Wand selbst kommen mehrere Systeme infrage. Offene Regale aus Metall oder lackiertem Holz sind günstig und leicht zu reinigen, bieten aber keinen Schutz vor Staub. Geschlossene Schuhschränke mit Klapptüren kosten mehr, halten den Flur jedoch ordentlicher. Wer zur Miete wohnt, sollte auf Systeme mit verstellbaren Trägern setzen, die sich ohne große Spuren wieder entfernen lassen. Bei Rigips-Wänden sind Dübel mit mindestens 8 Millimeter Durchmesser Pflicht, sonst reißt die Halterung unter dem Gewicht von mehreren Paar Schuhen aus. Eine zusätzliche Sitzbank unter dem Regal ist nur dann sinnvoll, wenn sie nicht mehr als 35 Zentimeter tief ist.
Am Ende zählt nicht die Menge des Stauraums, sondern seine Erreichbarkeit. Ein Regal, das bis zur Decke reicht, nützt wenig, wenn die oberen Fächer nur mit Leiter zugänglich sind. Besser ist es, die täglich genutzten Dinge zwischen 40 und 150 Zentimetern Höhe zu platzieren und darüber nur saisonale Schuhe oder Kartons zu verstauen. Wer diese Zone konsequent einhält, gewinnt in einem schmalen Flur mehr Ordnung als mit jeder noch so großen Kommode.